Marktanalyse · 2024/2025

Der deutsche Arbeitsmarkt

Deutschland kämpft mit einem massiven Fachkräftemangel. Dieser Bericht zeigt, wo die größten Engpässe liegen, warum der Ausbildungsmarkt nicht funktioniert und welche Lösungen die Politik verfolgt.

46.000+
Unbesetzte Stellen
im Gesundheitswesen
1,2 Mio.
Auszubildende im
Dualen System
2,9 Mio.
Junge Erwachsene (20–34)
ohne Berufsabschluss
Anstieg ausländischer
Azubis in 10 Jahren
01

Engpassberufe — Wo liegt der Mangel?

Die am stärksten betroffenen Branchen im Überblick

Der Arbeitsmarktbericht identifiziert mehrere Bereiche mit schweren „Engpässen" — Berufe, für die Unternehmen monatelang nach Bewerbern suchen, ohne eine Stelle besetzen zu können.

Gesundheit & Pflege KRITISCH

Pflege, Altenpflege und Physiotherapie sind am stärksten betroffen. Wartezeiten von mehreren Monaten sind keine Seltenheit.

Handwerk & Bau KRITISCH

SHK-Techniker, Dachdecker und Installateure fehlen massiv — und bremsen damit direkt die deutsche Energiewende.

Bildung KRITISCH

Lehrkräfte und Erzieher in Kindertagesstätten werden dringend gesucht. Viele Kitas und Schulen können Stellen nicht besetzen.

Engpass-Index nach Branche

Relative Schwere des Fachkräftemangels (Index 0–100, Schätzung 2024/2025)

02

Der Ausbildungsmarkt — Das Passungsproblem

Viele Azubi-Plätze bleiben frei — gleichzeitig finden Tausende keinen Einstieg

Das zentrale Problem: Es gibt ein Passungsproblem. Unternehmen finden keine Auszubildenden, während Hunderttausende junge Menschen keinen Zugang zur dualen Ausbildung haben.

  • 1,2 Millionen Auszubildende im dualen System
  • 2,9 Millionen junge Erwachsene (20–34 Jahre) ohne Berufsabschluss
  • Unternehmen melden unbesetzte Ausbildungsplätze — Bewerber scheitern an Hürden und fehlender Orientierung

Azubis vs. Ohne Abschluss

Millionen junge Erwachsene (20–34 J.) in Deutschland

Ausländische Azubis — Trend

Anteil ausländischer Auszubildender am Gesamtbestand (%)

Die Abhängigkeit von ausländischen Auszubildenden hat sich in zehn Jahren verdoppelt.

03

Regionale Unterschiede

Nicht alle Regionen sind gleich betroffen

Der Fachkräftemangel trifft Deutschland ungleich. Während einige Regionen noch relativ gut aufgestellt sind, kämpfen andere mit extremer Personalnot.

Hotspots: Süddeutschland

Bayern & Baden-Württemberg — starke Wirtschaft, aber härtester Wettbewerb um Fachkräfte.

Großstädte: Relativ besser

Berlin & Hamburg — dank urbaner Anziehungskraft etwas besser versorgt als ländliche Regionen.

Ländliche Regionen: Doppelte Belastung

Abwanderung junger Menschen und eine alternde Bevölkerung verschärfen den Mangel zusätzlich.

Folge: Energiewende unter Druck

Fehlende Handwerker verzögern Wärmepumpen-Installationen und Solarprojekte — direkter Wirtschaftsschaden.

Fachkräfteengpass nach Region

Index der offenen Stellen pro 1.000 Beschäftigte (Schätzung 2024)

04

Wie plant Deutschland die Lösung?

Fünf zentrale Strategien gegen den Fachkräftemangel

Die Politik und Wirtschaft setzen auf ein breites Bündel von Maßnahmen, um den Arbeitsmarkt langfristig zu stabilisieren.

1

Fachkräftezuwanderung

Neue Gesetze wie die Chancenkarte sollen qualifizierte Arbeitskräfte aus Nicht-EU-Ländern gezielt nach Deutschland holen.

2

Interne Potenziale aktivieren

Qualifizierung von An- und Ungelernten durch Nachqualifizierung in den Arbeitsmarkt integrieren.

3

Arbeitsbedingungen verbessern

Mehr Flexibilität und gezielte Ansprache von Frauen und älteren Arbeitnehmern.

5

Unterstützung für KMU

Kleine und mittlere Unternehmen erhalten Hilfe beim Employer Branding.

Investitionsschwerpunkte der Fachkräftestrategie

Geplante Mittelverteilung auf die fünf Strategiebereiche (%)

Quelle: Zusammenfassung auf Basis des deutschen Arbeitsmarktberichts 2024/2025 (BA, IW Köln, Destatis). Zahlen sind Schätzwerte zur Veranschaulichung.